Lehr- und Berufsausbildung

Lehr- und Berufsausbildung

Der Eintritt in eine Lehrausbildung und die Lehrausbildung selbst werden in Wien auf unterschiedlichen Ebenen unterstützt und gefördert. Lehrlinge in einem Lehrverhältnis am ersten Arbeitsmarkt können bei persönlichen oder beruflichen Problemstellungen Unterstützung erhalten. Um bestimmten Zielgruppen den Zugang zu einer betrieblichen Lehre zu erleichtern, gibt es Förderungen des Arbeitsmarktservice und der Wirtschaftskammer.

Für Jugendliche, die trotz aller Bemühungen keine betriebliche Lehrstelle finden können, besteht die Möglichkeit in einer Überbetrieblichen Lehrausbildung (ÜBA) einen Berufsabschluss zu erreichen.

Für Jugendliche mit Behinderung oder Benachteiligung gibt es auch die Möglichkeit einer Verlängerten Lehre oder einer Teilqualifizierung in einem Betrieb oder bei einem Bildungsträger.

Die Koordinationsstelle hat eine Kurzübersicht zu folgenden Themenbereichen erstellt:

  • Unterstützungsangebote während der Lehre,
  • Förderungen der Lehrausbildung sowie
  • Angebote zum Nachholen des Lehrabschlusses (nicht überbetriebliche Ausbildung)

Die aktuelle Übersicht 2016 kann hier heruntergeladen werden:

Informationen sowie Infoblätter zu den einzelnen Themen finden sich in den jeweiligen Absätzen:

Unterstützung für Lehrlinge

Das Lehrlingscoaching „Lehre statt Leere“  unterstützt und begleitet Lehrlinge am ersten Arbeitsmarkt, sowie Lehrlinge ohne positiven Lehrabschluss bis maximal 6 Monate nach Ablauf der Lehrzeit oder nach vorzeitiger Lösung des Lehrvertrags. In Wien setzt der KUS Netzwerk für Bildung, Soziales, Sport und Kultur das Lehrlingscoaching um.

Mit early Complete bietet der KUS Lehrlingen, die vom Lehrlingscoaching unterstützt werden, ergänzend zu bestehenden Angeboten im Bereich, Qualifizierung, Training von Soft Skills und Bildungszusammenarbeit an. Zudem bietet der KUS an Berufsschulen sozial-und freizeitpädagogische Angebote, Lernhilfe, Bibliotheken und spezifische Projekte für Lehrlinge.  Weitere Informationen zum Angebot des KUS unter Beratung an der Berufsschule.

Förderung für betriebliche Lehrausbildung

Die Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer sowie das Arbeitsmarktservice bieten Förderungen für Lehrbetriebe an. So können Betriebe um finanzielle Förderung eines Lehrverhältnisses und bei der Nachhilfe von Lehrlingen ansuchen.

Das Arbeitsmarktservice bietet unter bestimmten Voraussetzungen Förderungen für weibliche Lehrlinge und für volljährige Lehrlinge sowie für begünstigbare und begünstigte behinderte und benachteiligte Lehrlinge.

Eine Kurzübersicht ausgewählter Förderungen mit Kontaktinformationen findet sich im folgenden Infoblatt.

Als Unterstützung der Lehrausbildung speziell für Mädchen, die sich für eine Lehre in technischen Berufen interessieren, bietet der Verein T.I.W. in Kooperation mit den ÖBB sozialpädagogische Begleitung im Rahmen der Lehrausbildung an. Es handelt sich hier um eine reguläre Lehrausbildung am ersten Arbeitsmarkt (keine VL, keine TQ).

Siemens bietet Jugendlichen mit Behinderung, schwerpunktmäßig mit Hörbehinderung, eine Erstausbildung zur Facharbeiterin/zum Facharbeiter. Ein Grad der Behinderung von mindestens 50% und ein erfolgreicher Schulabschluss sind Voraussetzung. Kontaktinformationen finden sich im oben angeführten allgemeinen Infoblatt Förderungen.

Überbetriebliche Lehrausbildung (ÜBA)

In der Überbetrieblichen Lehrausbildung geht der/die Auszubildende ein Lehrverhältnis mit einem Bildungsträger ein. Das Lehrverhältnis in einer ÜBA kann Jugendlichen einen Berufsabschluss ermöglichen, der dem einer betrieblichen Lehre gleichgestellt ist. Dabei ist eine Vermittlung auf eine Lehrstelle am ersten Arbeitsmarkt immer möglich.

2015 wurde die Überbetriebliche Ausbildung in Wien neu aufgestellt. Nun bietet jeweils ein Träger alle überbetrieblich durchgeführten Ausbildungsformen (ÜBA 1, ÜBA 2, Verlängerte Lehre und Teilqualifizierung) entlang von Berufsgruppen an. Die Eingänge in die unterschiedlichen Ausbildungsformen unterscheiden sich etwas voneinander.

Bevor die Jugendlichen eine ÜBA 1 oder ÜBA 2 besuchen können, müssen sie eine Erprobung beim ÜBA Träger besuchen. Jugendliche, für die eher eine verlängerte Lehre oder eine Teilqualifzierung in Frage kommt, können eine Erprobung durchführen. Grundsätzlich ist für diese Gruppe ein Berufsorientierung und Coaching Intensiv Kurs (BOCO-I) eher besser geeignet.

Für die unterschiedlichen Beraterinnen-/Beratergruppen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten Jugendliche für die Erprobung anzumelden.

  • AMS-Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter, die Jugendwerkstatt, die BBEs können über das Zubuchungstool Jugendliche anmelden.
  • AMS- und fremdfinanzierte Kursmaßnahmen, in denen Jugendliche den AMS Status „in Schulung (SC)“ haben, u.a. Produktionsschulen, §10 FSW-Angebote, Neue Wege, ams.jobwerkstatt, Angebote, können Jugendliche telefonisch direkt beim Träger anmelden.
  • Sonstige Kooperationspartnerinnen/-partner des AMS, wie zum Beispiel Jugendcoaching, -arbeitsassistenz, etc. schicken eine E-Mail Anfrage an ams.jugendliche@ams.at  mit den im Infoblatt aufgeführten Informationen.

Bei der Erprobung können sich Jugendliche und Träger kennen lernen. Bei erfolgreicher Erprobung laden die Träger die Jugendlichen zum Bewerberinnen-/Bewerbertag ein. Hier entscheidet sich dann die Aufnahme zur Ausbildung.

Zwei ÜBA-Modelle werden in Wien angeboten. In der ÜBA 1 werden die Jugendlichen beim Bildungsträger als Lehrlinge angestellt und können dort ihre gesamte Lehrzeit absolvieren. Eine Vermittlung auf den ersten Arbeitsmarkt ist aber grundsätzlich immer möglich und wünschenswert. Im sogenannten Modell ÜBA 2 haben die Jugendlichen einen Ausbildungsvertrag für das erste Lehrjahr beim Weiterbildungsträger, die berufspraktische Ausbildung findet bei einem Partnerunternehmen in der Wirtschaft und nicht in der Ausbildungseinrichtung des Trägers statt. Fast alle Träger bieten sowohl das Modell ÜBA 1 als auch das Modell ÜBA 2 an.

Im folgenden Infoblatt finden sich weitere Informationen zur ÜBA 1 und ÜBA 2 und den Berufsausbildungen, die ab Februar 2017 im ersten Lehrjahr angeboten werden.

In den folgenden Infoblättern finden sich Berufsausbildungen in höheren Lehrjahren. Grundsätzlich ist es möglich, Restplätze in höheren Lehrjahren nachzubesetzen.

Lehrausbildungsformen für Jugendliche mit Behinderung

Für Jugendliche mit Behinderung oder Benachteiligung gibt es auch die Möglichkeit einer Verlängerten Lehre oder einer Teilqualifizierung in einem Betrieb oder bei einem Bildungsträger.

Vor Beginn einer Verlängerten Lehre sollte ein Berufsorientierung und Coaching Intensiv Kurs (BOCO-I) besucht werden. Es ist aber auch möglich eine Erprobung bei einem Träger durchzuführen.

Im folgenden Infoblatt finden sich weitere Informationen zur Verlängerten Lehre und den Berufsausbildungen, die ab Frühling 2017 im ersten Lehrjahr angeboten werden.

Im folgenden Infoblatt finden sich weitere Informationen zur Teilqualifzierung und den Berufsausbildungen, die ab Herbst 2016 im ersten Lehrjahr angeboten werden.

In den unten angeführten Infoblättern finden sich Informationen zu Berufsausbildungen (VL und TQ) in höheren Lehrjahren. Grundsätzlich ist es möglich, Restplätze in höheren Lehrjahren nachzubesetzen.

Außerordentliche Lehrabschlussprüfungen

Lehrlinge, die nach Auflösung des Lehrverhältnisses keine neue Lehrstelle mehr finden, aber mindestens die Hälfte der Lehrzeit absolviert haben, oder Personen, die älter als 18 Jahre sind und durch eine entsprechende Berufspraxis nachweisen können die notwendigen Kenntnisse eines Lehrberufs zu haben, können zur außerordentlichen Lehrabschlussprüfung zugelassen werden. Verschiedene Institutionen bieten Unterstützung und geförderte Vorbereitungslehrgänge an.

Das wifi Wien bietet ebenfalls zahlreiche, allerdings kostenpflichtige, Vorbereitungslehrgänge an.

MangelLEHRberufe für Asylwerberinnen und -werber

Junge Asylwerberinnen und -werber bis 25 Jahre können in einigen Lehrberufen eine Lehrausbildung machen. Voraussetzungen sind, dass:

  • sie zumindest seit drei Monaten zum Asylverfahren zugelassen sind und noch kein negativer Bescheid ausgestellt wurde,
  • ein Arbeitgeber mit einer konkreten Lehrstelle vorhanden ist,
  • je nach Situation, ein konkretes Ersatzkraftverfahren (Arbeitsmarktprüfung) durchgeführt wurde, und
  • eine Beschäftigungsbewilligung durch das AMS vorliegt,

Jedes Bundesland erstellt eine eigene Mangellehrberufsliste. Es kann eine Beschäftigungsbewilligung für die Dauer der Lehrzeit erteilt werden.

Hier geht es zur Mangellehrberufsliste Wien 2017

Verkürzte Lehrausbildung für Asylberechtige bzw. subsidiär Schutzberechtigte

Die JUST INTEGRATION Implacementstiftung unterstützt und begleitet arbeitslose Asylberechtigte bzw. subsidiär Schutzberechtigte sowie sonstige arbeitslose junge Erwachsene mit multiplen Problemlagen, im Alter von 18 bis 30 Jahren. Das Ziel ist eine berufliche (höher) Qualifizierung (in Form verkürzter Lehrausbildung) auf Basis bereits bestehender beruflicher Vorerfahrung, um in weiterer Folge eine Reintegration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

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