AusBildung bis 18

AusBildung bis 18

Die AusBildung bis 18 ist eine Initiative der österreichischen Bundesregierung zur Anhebung des Bildungs- und Ausbildungsniveaus von jungen Menschen.

Was ist die AusBildung bis 18?

Die Ausbildungspflicht ist ein neues bundesweites Gesetz. Die AusBildung bis 18 hat zum Ziel, dass alle Jugendlichen eine Ausbildung abschließen, die über den Pflichtschulabschluss hinausgeht.

Alle Jugendlichen unter 18 Jahren,

  • die sich dauerhaft in Österreich aufhalten,
  • sollen nach der Schulpflicht (9 Schuljahre)
  • eine weiterführende Schule oder Berufsausbildung abschließen.

Das Gesetz gilt erstmals für alle Jugendlichen, deren Schulpflicht im Juli 2017 endet. Jugendliche mit Behinderung sind ebenfalls davon betroffen.

Warum gibt es die AusBildung bis 18?

Der Arbeitsmarkt stellt an die Jugendlichen von heute immer höhere Anforderungen. Mit der AusBildung bis 18 sollen Jugendliche noch besser auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet werden.
Die meisten Jugendlichen gehen nach der Pflichtschule weiter in eine Schule oder machen eine Lehre. Einige brechen aber die Schule ab, nehmen eine Hilfsarbeit an oder ziehen sich ganz zurück. Sie haben ein höheres Risiko, arbeitslos zu werden und verdienen später weniger.

Wie erfüllt man die Ausbildungspflicht?

Die Ausbildungspflicht kann insbesondere erfüllt werden durch:

  • Besuch einer weiterführenden Schule: AHS, BMS oder BHS und Privatschulen, Schule für (psychiatrische) Gesundheits- und Krankenpflege, Schule für Kinder- und Jugendlichenpflege, Schule für medizinische Assistenzberufe, Schule für den medizinisch-technischen Fachdienst, Schule für Land- und Forstwirtschaft
  • Lehrausbildung: Lehre, verlängerte Lehre (VL), Teilqualifizierung (TQ), Überbetriebliche Ausbildung (ÜBA)
  • Ausbildung in einem Pflegehilfelehrgang, in einer zahnärztlichen Assistenz, zum medizinischen Masseur oder zur medizinischen Masseurin, zum Heilmasseur oder zur Heilmasseurin, zum Rettungssanitäter oder zur Rettungssanitäterin sowie zum Notfallsanitäter oder zur Notfallsanitäterin
  • Ausbildung in einem Sozialbetreuungsberuf zum Diplom-Sozialbetreuer oder zur Diplom-Sozialbetreuerin, zum Fach-Sozialbetreuer oder zur Fach-Sozialbetreuerin, zum Heimhelfer oder zur Heimhelferin
  • Teilnahme an einem anerkannten Kurs, der auf eine weiterführende Schule oder Ausbildung vorbereitet. Es muss ein Perspektiven- oder Betreuungsplan des Jugendcoaching oder AMS vorliegen, der den Nutzen dieses Angebots für den Jugendlichen oder die Jugendliche dokumentiert.
  • Teilnahme an einem Sprachkurs für Jugendliche, die besondere Förderung in der deutschen Sprache benötigen. Der ausschließliche Besuch eines Sprachkurses ist aber nur so lange zulässig, wie dies im Perspektiven- oder Betreuungsplan vorgesehen ist.
  • Teilnahme an einem Angebot für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf, die die Integration der Jugendlichen in den Arbeitsmarkt erleichtert.
  • Teilnahme an Angeboten und Programmen der außerschulischen Jugendarbeit, die eine Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt erleichtern. Parallel dazu muss ein Perspektiven- oder Betreuungsplan erstellt werden.
  • Besuch von Schulen oder Ausbildungen im Ausland, wenn diese mindestens gleichwertig mit vergleichbaren österreichischen Schulen oder Ausbildungen sind oder wenn diese in Österreich nicht angeboten werden und wenn dadurch kein Nachteil für die Jugendlichen zu erwarten ist.
  • Teilnahme an einer Offiziers- oder Unteroffiziersausbildung im Rahmen eines Ausbildungsdienstes oder eines Dienstverhältnisses beim Bundesheer.

Das Sozialministeriumservice führt eine Liste der anerkannten Ausbildungen, die unter folgendem Link abrufbar ist: Angebotsliste_AusBildung_bis_18

Jugendliche Hilfsarbeit
Hilfsarbeit ist nur dann erlaubt, wenn sie im Rahmen eines Perspektiven- und Betreuungsplans sinnvoll erscheint (z.B. als Praxiserwerb für eine spätere Ausbildung).

Die Ausbildungspflicht endet vor dem 18. Geburtstag, wenn davor z.B. eine Lehrausbildung oder eine (mind. zweijährige) berufsbildende mittlere Schule erfolgreich abgeschlossen wurde.

Wann gilt die Ausbildungspflicht nicht?

Die Ausbildungspflicht ruht für den Zeitraum, wo Jugendliche

  • Kinderbetreuungsgeld beziehen,
  • an einem Freiwilligen Sozialjahr / Umweltjahr / Integrationsjahr oder Ähnlichem teilnehmen,
  • einen Präsenz-, Ausbildungs- oder Zivildienst leisten oder
  • z.B. akut krank sind (bzw. sonstige „berücksichtigungswürdige Gründe“ vorliegen).

Die Ausbildungspflicht besteht nicht

  • für Zeiträume von 4 Monaten innerhalb von einem Jahr (z.B. Ferienzeiten)
  • für Wartezeiten auf einen Ausbildungsplatz, wenn kein rascher Beginn möglich ist.

Meldepflichten

Meldepflicht für Eltern

Eltern haben großen Einfluss auf den Ausbildungsweg ihrer Kinder und damit auch große Verantwortung. Erziehungsberechtigte sind deshalb verpflichtet zu melden, wenn ihr Kind nach der Schulpflicht seit 4 Monaten keine Schule oder Ausbildung macht und daher die Ausbildungspflicht nicht erfüllt.

WICHTIG: Die Meldepflicht tritt für Eltern mit 1. Juli 2017 in Kraft, das heißt, dass Eltern bei den Koordinierungsstellen Anfang November 2017 melden müssen, wenn ihr Kind bis dahin keine Ausbildung macht.

Meldepflicht für Organisationen

Auch Schulen, das Arbeitsmarktservice, das Sozialministeriumservice, die Lehrlingsstellen der Wirtschaftskammer u.a. melden zumindest 4 Mal im Jahr an die Statistik Austria.

Wann gibt es Strafen?

Bestrafung ist nicht das Ziel der AusBildung bis 18 und ist nur als letztes Mittel vorgesehen. Davor gibt es viele Bemühungen, Eltern und Jugendliche zu unterstützen und zu beraten. Es wird niemand bestraft, der die Ausbildungspflicht erfüllen möchte, aber nicht kann!
Gegen Eltern wird aber Anzeige erstattet, wenn sie nachweislich keine Verantwortung übernehmen und sich nicht im Sinne ihres Kinder bemühen. Gestraft wird auch nicht gleich, sondern erst dann, wenn von den Eltern jede Unterstützung ihres Kindes verweigert wird.

Verwaltungsstrafen bei Nichterfüllung der Ausbildungspflicht gibt es erst ab 2018.

Hilfe und Unterstützung

Wenn ein Jugendlicher bzw. eine Jugendliche die Ausbildungspflicht nicht erfüllt, soll er oder sie Unterstützung und Beratung erhalten. In einem individuellen Perspektiven- und Betreuungsplan soll festgehalten werden, wie er oder sie die Ausbildungspflicht erfüllen kann.
Diese Unterstützung erfolgt durch das Arbeitsmarktservice oder das Sozialministeriumservice und von ihnen beauftragten Beratungs- oder Betreuungseinrichtungen, wie dem Jugendcoaching.

Nähere Infos zur AusBildung bis 18

Homepage: www.AusBildungbis18.at
Facbook: www.facebook.com/AusBildungbis18
Serviceline: 0800/700 118
Erreichbarkeit: Montag bis Donnerstag von 9:00 bis 16:00 Uhr, Freitag von 9:00 bis 12:00 Uhr
E-Mail: info@ausbildungbis18.at

Koordinierungsstelle AusBildung bis 18 Wien
Telefon: 01/ 342 707 – 2754
E-Mail: office@kost-wien.at
Homepage: www.kost-wien.at

Die Koordinierungsstelle hat folgende Hauptaufgaben:

  • Koordinierung der Unterstützung von Jugendlichen sowie administrative Fallführung im Monitoring AusBildung bis 18 (MAB)
  • Informationsarbeit über die Serviceline (insbesondere für Eltern und Jugendliche)
  • Vernetzungsarbeit und Unterstützung aller regionalen Partnerinnen und Partner